Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

„Botschaft der Liebe Gottes“

Was Ordensleute und Vertreter von Organisationen, die das Kreuz im Logo tragen, über die aktuelle Kreuz-Debatte denken

Würzburg (POW) Das Kreuz steht derzeit in der Debatte. In den vergangenen Tagen haben sich der ernannte Bischof Dr. Franz Jung und Diözesanadministrator Weihbischof Ulrich Boom dazu positioniert. „Das Kreuz ist ein genuin religiöses Zeichen und darf nicht auf bayerische Folklore und heimatliches Brauchtum reduziert werden“, sagte der ernannte Bischof Jung. Weihbischof Boom erklärte, „das Kreuz ist ein Zeichen der Nähe und Demut Gottes, ein Zeichen des Dienstes, der Liebe und der Nächstenliebe“. Er erhoffe sich von der CSU, dass ihre Mitglieder das Kreuz in dieser christlichen Bedeutung sehen und nicht zuerst als Bekenntnis zur Identität und zur kulturellen Prägung in Bayern. Auf Anfrage des Pressediensts des Ordinariats Würzburg (POW) haben sich Ordensleute und Verantwortliche von Organisationen, die das Kreuz im Logo tragen, zum Symbol des Kreuzes geäußert und die Inhalte erläutert, die sie damit verbinden.

Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbands Würzburg: „Das Flammenkreuz der Caritas hat Wirkung. Es ist eine geprägte Marke. Die allermeisten Menschen in Deutschland verbinden damit Hilfsbereitschaft, die jedem unabhängig von seiner religiösen beziehungsweise weltanschaulichen Überzeugung zugutekommt und als institutionalisierte Unterstützung mit hoher Fachlichkeit geschätzt wird. Die Redensart ‚Bin ich die Caritas?‘ wenn ein Anderer um Hilfe bittet, zeigt, wie stark caritatives Handeln im Bewusstsein selbst von Nicht-Christen verwurzelt ist. Erstaunlich, dass derzeit nicht einmal 20 Prozent der Bundesbürger der Amtskirche vertrauen, aber mehr als 70 Prozent den Diensten ihrer Caritas. Das Flammenkreuz weist über die verfasste Kirche hinaus auf die Haltung der Solidarität und der Mitmenschlichkeit, die vom Kreuz Jesu ausgeht. Es ist gut, dass das (Flammen-) Kreuz im öffentlichen Raum seinen Platz hat. Es erinnert an eine unverzichtbare Grundhaltung im Zusammenleben. Es bleibt zu hoffen, dass die Haltung, für die das Kreuz steht, alle Lebensbereiche und die Verantwortung füreinander weiterhin prägt.“

Schwester Monika Edinger, Generaloberin der Erlöserschwestern: „Wenn die bayerische Staatsregierung anordnet, dass künftig in den Landesbehörden Kreuze aufzuhängen seien, so begrüßt auch die Kongregation der Schwestern des Erlösers in Würzburg, dass das wirkmächtigste Symbol der Christenheit in öffentlichen Räumen seinen Platz finden soll. Das Kreuz ist das eindrücklichste Zeichen der Hingabe Jesu Christi. Zu einer solchen Hingabe ist nur die Liebe fähig. Für uns Erlöserschwestern drückt das Kreuz den Kern unserer Spiritualität aus: ‚In Liebe für das Leben, damit Erlösung Wirklichkeit wird.‘ Die Liebe Gottes zu den Menschen zeigt sich, indem er seinen Sohn hingibt, um uns Menschen zu erlösen, aus der Dunkelheit zum Licht, aus der Enge in die Weite, aus der Abhängigkeit in die Freiheit.  Das gilt für alle Menschen. Das Kreuz steht daher für uns für ‚Integration‘ und ‚Willkommen‘. Wenn die Staatsregierung diese christlichen Werte betonen will, indem sie christliche Symbole in den Vordergrund rückt, so wäre das zu unterstützen. Sollte es aber darum gehen, das Kreuz zu missbrauchen als ein Zeichen der Konfrontation für Andersgläubige, dann erheben wir dagegen unsere Stimme. Ebenso lehnen wir ab, dass das Kreuz lediglich das Bekenntnis zur Identität und zur kulturellen Prägung Bayerns sein soll, damit stellt es Herr Söder auf eine Stufe mit Weißwurst und Lederhose. Herr Söder sollte sich ebenso klar zum Christentum bekennen wie er es zur bayerischen Identität tut!“

Abt Michael Reepen, Abt der Benediktinerabtei Münsterschwarzach: „In der Regel des heiligen Benedikt, nach der wir Mönche leben, wird das Kreuz nicht eigens erwähnt. Aber diese alte Mönchsregel ist ganz durchdrungen von der Botschaft des Kreuzes: von Christus, dem Auferstandenen, der durch Leiden und Kreuz uns erlöst und befreit hat. Das Kreuz ist nicht ohne die dahinterliegende Botschaft der Liebe Gottes zu den Menschen zu verstehen. Wenn das Kreuz irgendwo im privaten oder öffentlichen Bereich auftaucht, will es uns einzig und allein an diese Liebe erinnern. Es will den Menschen Trost und Hoffnung geben. Es erinnert daran, dass hier die Liebe Christi herrschen soll. Die Menschen sollen wissen dürfen, dass sie im Schatten des Kreuzes Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe erfahren dürfen. Das ist ein hoher Anspruch. Ich bin in letzter Zeit öfter in unserer Neugründung in Ägypten und in den koptischen Klöstern gewesen. Es beeindruckt mich sehr, wie selbstverständlich und wie stolz die dortigen Christen in alter Tradition ein kleines tätowiertes Kreuz an der Daumenwurzel haben. Es ist ein sichtbares, unauslöschliches Zeichen ihres Christseins mitten in einer verfolgten Kirche. Wie viele sind wegen dieses Zeichens des Kreuzes über die Jahrhunderte und besonders auch jetzt in unserer Zeit verfolgt und getötet worden – weil sie sich durch das Kreuz öffentlich zu Christus bekannt haben.“

Hans-Georg von Mallinckrodt, Diözesanleiter des Malteser-Hilfsdienstes in der Diözese Würzburg: „Das Malteserkreuz (besser: Johanniterkreuz beziehungsweise Hospitaliterkreuz) ist seit spätestens 600 Jahren das Symbol der Werke des heute souveränen sogenannten Malteserritterordens, des späteren, protestantischen Johanniterordens und zahlreicher weiterer Organisationen und Staaten. Das Staatswappen des Malteserritterordens ist allerdings – wie in den Anfängen des Ordens – das Georgskreuz. Als Malteserkreuz bekannt geworden, handelt es sich um eine, besonders im byzantinischen Kulturkreis, spätestens seit dem 6. Jahrhundert verwendete Kreuzesform. Das Malteserkreuz symbolisiert und erinnert an den Kreuzestod Christi. Die vier Kreuzesarme symbolisieren dabei die vier ritterlichen Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Die acht Spitzen der Arme symbolisieren die acht Seligpreisungen der Bergpredigt. Für uns Malteser ist das Kreuz Christi Zeichen unseres Glaubens als Auftrag, Ansporn für unseren täglichen Dienst sowie unser Leben und Handeln. Daher lautet unser Wahlspruch auch: Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen. Selbstverständlich ist das Kreuz auch Ärgernis für alle, die nicht an Jesus Christus glauben (siehe 1 Kor 1,22f). Für uns Christen ist es aber die ‚spes unica‘, die einzige Hoffnung. Übrigens ist das der Leitspruch unseres emeritierten Bischofs Dr. Friedhelm Hofmann. Das Kreuz ist allerdings auch kulturstiftend und somit jenseits des religiösen ein kulturelles Symbol, welches die gesamte politische Geschichte christlicher Länder, insbesondere Europas, begleitet und maßgeblich geprägt hat. Ohne das Kreuz gäbe es Europa nicht! Bei aller deutschen Nabelschau dieser ,Kreuzdebatte‘ denken wir nicht, dass die deutsche Hegemonie so weit geht, dass die Absicht besteht, die Kreuze aus den Staatswappen von mindestens fünf europäischen Ländern oder aus denen von etwa acht europäischen Großstädten entfernen zu lassen, vom Roten Kreuz und ähnlichen ganz abgesehen. Das Kreuz ist selbstverständlich seit Jahrhunderten neben dem religiösen auch ein Identität stiftendes kulturell-politisches Symbol des Anstoßes. Dies mag nun Kardinal Marx politisch glücklich machen oder nicht.“

mh (POW)

(1918/0457; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet 

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung